Homepage Hessigheim

Gastronomie & Wein

Kunstmarkt Hessigheim

Hessigheim:

Auf der Schwäbischen Weinstraße und der Schwäbischen Dichterstraße führt kein Weg an unserer Weinbaugemeinde vorbei!

Kommen Sie nach Hessigheim, um einer mediterranen Besonderheit mitten im »Ländle« zu begegnen: Den selbst organisierten Straßenverkauf vor der eigenen Haustüre macht uns so schnell und originell niemand nach! Nicht nur zur Erntezeit erleben Sie unsere Ortsdurchfahrt als Marktstraße mit einer Fülle von Angeboten. In den Hochzeiten reiht sich Stand an Stand zu einer Promenade der Köstlichkeiten. Liebevoll und zu fairen Preisen bekommen Sie hausgemachte Lebensmittel und anderes von emsigen Hessigheimern feilgeboten.

Richten Sie Ihren Blick von den Ständen nach oben, dann werden Sie eine Vielzahl schön renovierter, markanter Fachwerkhäuser im Ortskern entdecken. Im Zentrum finden Sie das Rathaus und das Bürgerhaus "Altes Rathaus", dessen Heimatstube Ihnen nach Anmeldung zur persönlichen Erkundung der Hessigheimer Ortsgeschichte offen steht.

Nicht nur sonntags lohnt sich ein Besuch unserer alten Martinskirche (Teile davon sind gut 700 Jahre alt!), die von einer engagierten Kirchengemeinde mit Leben gefüllt wird.

Auch das große Stauwehr, auf dem die Straße nach Kleiningersheim führt, wird nicht selten gerne von Durchreisenden genau in Augenschein genommen.

 

Weinbau & Handwerk

Der Ruhm Hessigheims liegt natürlich im Weinbau begründet. Das milde Klima und die fruchtbaren Muschelkalkböden in bester Lage garantieren Jahr für Jahr Spitzenweine, die regelmäßig prämiert werden. Die herausragenden Rebflächen der Region sind unsere terrassierten Steillagen im Bereich der Felsengärten. Hier arbeiten die »Wengerter« noch traditionell weitestgehend in Handarbeit.

Jährlich im Juli findet die "Schräge WeinNacht", veranstaltet durch die Felsengartenkellerei, statt. Sie ist auch eine Hommage an diese einzigartige Kulturlandschaft. In erster Linie ist die schräge WeinNacht aber ein Sommerfestival, das seinesgleichen sucht und lange schon Kultstatus genießt. Hier ist alles schräg: Der Weinbergweg ist steil, die stilvoll dekorierten Tische stehen schräg und die extra angefertigten Gläser sind mal mehr mal weniger schräg. Die WeinNacht steht für Sonne, Musik und besonderen Weingenuss. In den mit Kerzen romantisch illuminierten Weinbergen munden die edlen Tropfen gleich noch viel besser.

Neben der genossenschaftlich betriebenen Felsengartenkellerei mit ihren ca. 1.300 Mitgliedern, zu deren Einzugsgebiet auch die benachbarten Weinbaugemeinden zählen, haben wir auch zwei angesehene, familiär organisierte Weingüter vor Ort: Das »Weingut Eisele« und das »Weingut Faschian«.

Als bodenständig im besten Sinne sind auch die weiteren Handwerksbetriebe in Hessigheim zu bezeichnen. Sachverstand, Einsatzbereitschaft und Pünktlichkeit sind Tugenden, die sie bei allen ortsansässigen Firmen finden werden.

Stark vertreten ist das Bauhandwerk mit seinen verschiedenen Sparten. Daneben finden sich Betriebe und – für Hessigheim typisch: »geschäftstüchtige Haushalte« –, die sich liebevoll und gekonnt um das leibliche Wohl der Bevölkerung und Gäste kümmern. Vielfältige Gastronomie, eine Tankstelle sowie eine Postfiliale sorgen dafür, dass in Hessigheim auf kurzem Wege alles Wesentliche zur Verfügung steht.

 

Hessigheimer Felsengärten

Hoch berühmt und gerühmt wegen der herrlichen Aussicht von oben sind unsere »Felsengärten« natürlich das Aushängeschild von Hessigheim. Die schroffen, kühn aufragenden Muschelkalkfelsen über dem Neckar sind eine geologische Attraktivität, die es so nirgendwo sonst gibt.

Das Naturschutzgebiet »Felsengärten« beherbergt eine Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten. Naturliebhaber erleben hier ein spannendes Kapitel Naturgeschichte, das unterhalb der Felsen kulturgeschichtlich mit dem Steillagen-Weinbau fortgeschrieben wurde.

Auch als Eldorado für Sportkletterer haben sich die »Felsengärten« einen Namen gemacht. Die Schwindel erregenden Felskonstellationen bieten Schwierigkeitsgrade für Anfänger und Fortgeschrittene. Begeistert davon sind alle, auch die, welche als Wanderer oder Spaziergänger auf dem Boden bleiben.

Naturerlebnis_Klettern.pdf

Wandern bei Hessigheim GPS-Tour.Info

Vince the Winzer - ein nettes Video mit schönen Bildern aus unserem "Felsengartenland"

Wegmarken unserer Geschichte

90-260 Unsere Region ist in römischer Hand. Die archäologisch erschlossenen Kastelle und andere Funde in unserer Region belegen dies.
260-500 Um 260 werden die Römer von den Alemannen vertrieben. Die Etymologie (Namensherkunft) unseres Ortsnamens »Hess-ig-heim« lässt darauf schließen, dass ein gewisser Hasso oder Hesso hier lebte. »Hessingen« war der alemannische Name für diese erste Siedlung.
500 Um ca. 500 werden die Alemannen wiederum von den Franken »aus dem Feld geschlagen«.»Hessingen« bekommt die für die Franken typische Endung »-heim« angehängt. Der Ortsname wird zu »Hessigheim« quasi »verschmolzen«.
25. August 774 (Codex Laureshamensis) Altman aus Hessigheim, besorgt um sein Seelenheil, macht eine Schenkung an den Heiligen Nazarius aus dem Kloster Lorch. Vermutlich begannen um diese Zeit Mönche des Klosters Lorch mit dem Weinbau in Hessigheim.
779 (Traditiones Fuldenses) Graf Kunibert vermacht all seinen Besitz in der Main-, Kocher- und Neckargegend, darunter Besitz aus Hessigheim, dem Kloster Fulda. Diese urkundliche Erwähnung steht für das Geburtsjahr von Hessigheim
1150 (Codex Hirsaugeniensis) Berthold von Hessigheim und sein Bruder Wolffgang stiften dem Kloster Hirsau Weinberge. Erkinbert von Thundorf (Bad Kissingen) übergibt seinen ganzen Besitz und die Hessigheimer Kirche dem Kloster Hirsau.
1200 – 1463 Hessigheim gehört zur Markgrafschaft Baden.
1463 – 1504 Hessigheim gehört zur Pfalz.
1529 – 1595 Hessigheim kommt wieder an Baden zurück.
ca.1550 Das Dorf hat ca. 80 bis 100 Haushalte, das lässt auf ungefähr 600 bis 800 Einwohner schließen.
1595 Hessigheim kommt durch Kauf an Württemberg
1634/35  Im September 1634 plündern die kroatischen Truppen von Kaiser Ferdinant  II im 30-jährigen Krieg Hessigheim. Die Folge ist eine große Hungersnot. Im Jahr darauf bricht eine Pestepidemie aus, die sehr viele Menschenleben fordert.
ca.1850 Hessigheim besteht aus 147 Hauptgebäuden und 84 Nebengebäuden (meist Scheunen), die Einwohnerzahl beträgt 1.025. Fast alle sind in der Landwirtschaft tätig bis auf ein paar Handwerker. Im Weinbau ist Trollinger die beliebteste Sorte. Die Bodenpreise für Weinberge sind doppelt so teuer wie Ackerland.
Ab 1950 Hessigheim wandelt sein Gesicht: Die Neckarkanalisation und die Rebflurbereinigungen verändern
das Landschaftsbild um Hessigheim nachhaltig
Anfangs der 1970er Die Hessigheimer wehren sich erfolgreich gegen eine Eingemeindung nach Besigheim. Die von der Landesregierung gewollte Verwaltungsreform geht so an Hessigheim vorüber.
1979 Mit zahlreichen Veranstaltungen und einem grandiosen Festumzug begehen die Hessigheimer ihre 1200-Jahresfeier.
2006 Im Jahr 2006 waren bei Erdarbeiten im Neubaugebiet des Gewanns „Muckenloch“ (Gewann = auf die Dreifelderwirtschaft und das Erbrecht zurückgehende Flurform), mehrere Gräber eines frühmittelalterlichen Bestattungsplatzes zutage getreten. Im Rahmen umgehend anberaumter archäologischer Untersuchungen wurden dann im Friedhofsareal viele weitere Bestattungen freigelegt und dokumentiert. Die zahlreichen Fundstücke aus den 218 entdeckten Beisetzungen ermöglichten eine exakte Datierung des Gräberfeldes auf den Zeitraum vom beginnenden 6. bis ins 8. Jahrhundert. Die Ausgrabungen in Hessigheim wurden Ende 2007 abgeschlossen. Im Anschluss daran erfolgte eine aufwändige Restaurierung und Konservierung wesentlicher Stücke durch die Fachleute.

 

Ausgrabungen Alamannisch-fränkisches Gräberfeld 
Fotogalerie
 

Für die Archäologie der Alamannen besonders erwähnenswert sind neben einem Bernsteinkollier vom Bau der NATO-Pipeline bei Bopfingen-Trochtelfingen die reichen Funde aus Hessigheim am Neckar wie ein eiserner thronartiger Klappstuhl und ein wertvolles, mit verzierten Beinplättchen besetztes Kästchen, die derzeit im Archäologischen Landesmuseum in Konstanz ausgestellt sind. 

 

Hessigheimer Gräberfeld birgt einzigartige Funde

Ein Bericht von Stefan Benning über über einen Vortrag von Dr. Ingo Storck bei der GV-Monatsrunde am 7.3.2007

In einer gemeinsamen Vortragsveranstaltung der Geschichtsvereine Bietigheim-Bissingen und Besigheim präsentierte der Archäologe Dr. Ingo Stork dieser Tage im kleinen Saal des Kronenzentrums erste Ergebnisse der seit Anfang 2006 laufenden Untersuchungen des alemannisch-fränkischen Friedhofs in Hessigheim.

Das in klassischer Lage südlich oberhalb des alten Ortskerns im Gewann Muckenloch gelegene alemannisch-fränkische Gräberfeld war seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Die längerfristige Planung einer Wohnüberbauung dieses Gebietes hätte trotz knapper Finanzmittel eine gründliche systematische Ausgrabung möglich gemacht. Überraschend und ohne Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt aber hatte im Februar 2006 die Erschließung des Gebietes begonnen, so dass die archäologischen Untersuchungen unter ganz unnötigem Zeitdruck erfolgen mussten. Die Grabungen sind noch nicht abgeschlossen. Erwartungsgemäß stieß man ortsnah auf eine Fülle von Gräbern in dichter Lage in Tiefen von 40 cm bis zu 4 m. Im westlichen Auslauf zeigten Reste von Kreisgräben und eine weniger dichte Belegung Grabhügel und damit die Bestattung von Angehörigen der Oberschicht an. Die bisher untersuchten Gräber dokumentieren eine Belegung des Friedhofs zwischen dem späten 5 Jh. und dem frühen 8. Jh. und lassen Antworten auf die Fragen zu, wie der Übergang von der alemannischen zur fränkischen Bevölkerung erfolgte. Die nach 260 zunächst in unseren Raum dringenden Alemannen wurden nach der Schlacht von Tolbiacum 496 von den Franken besiegt und unterjocht. Aber räumten sie einfach das Feld wie in Hemmingen oder wurden sie assimiliert wie in Pleidelsheim? Fünf eng beieinander liegende münzdatierte Gräber lassen eine exaktere zeitliche Einordnung dieser Bestattungen in die Mitte des 6. Jahrhunderts zu, eine Zeit, in der alemannische Heere u.a. in Oberitalien an der Seite der Ostgoten gegen die Byzantiner kämpften, mit aller Wahrscheinlichkeit also auch die hier Bestatteten.

Ein großes, gegen Grabräuber antik mit Steinen abgedecktes Holzkammergrab barg die Gebeine einer sehr reichen Frau. Zu ihren Grabbeigaben gehörte u. a. ein mit Silbereinlagen verzierter eiserner Klappstuhl, dessen mediterrane Ornamentik auf eine Herstellung in Italien schließen lässt. Diese aus spätrömischer Zeit (3. Jh.) aus Königsgräbern in Nordafrika bekannten Stühle waren ein außergewöhnliches Statussymbol der römischen und byzantinischen Oberschicht. Der Hessigheimer Stuhl ist der erste seiner Art in Deutschland und neben einem weiteren Fund aus Aisne der zweite nördlich der Alpen. Er muss also einer sehr hochstehenden Frau gehört haben.

Außergewöhnlich ist auch die birituelle Doppelbestattung zweier etwa 30 Jahre alter Männer gleichen sozialen Ranges. Zu den Füßen des mit seinen Waffen (Spatha, Sax, Schild) Körperbestatteten fanden sich die calzinierten Knochenreste eines Brandbestatteten. Brandbestattungen aber waren bei Germanen im merowinigischen Kulturbereich äußerst selten, während sie bei Slawen, Nordgermanen und nicht christliche Romanen weiterhin gebräuchlich waren. Eine Erklärung für dieses Phänomen müssen weitere Untersuchungen bringen.

Ein weiteres sehr reiches Frauengrab barg eine der um 600 in Mode kommenden Scheibenfibeln aus nahezu reinem Silber (97%). Auch das Grab eines 3jährigen Mädchens dokumentierte Wohlstand: es enthielt die üblichen, hier kindgerecht ausgeführten Beigaben der Erwachsenen: Amulette, Tongefäße etc.

Die Übernahme des Christentums belegt bei der alemannischen Bevölkerung der über die Langobarden aus Italien vermittelte Brauch der Goldblattkreuze. Ein aus hauchdünner verzierter Goldfolie ausgeschnittenes Kreuz war auf ein Tuch genäht und wurde so auf den Leichnam platziert, dass die Lippen das Kreuz berührten. Mit der weiteren Verbreitung des Christentums verschwinden die Beigaben aus den Gräbern. Nun handelt es sich um Steinkisten bzw. Steinplattengräber (7. Jh.), deren Baumaterial man aus den Gebäudefundamenten eines bisher unbekannten römischen Gutshofes ganz in der Nähe zweitverwendet hatte. Im 8. Jahrhundert hören die Bestattungen im untersuchten Gräberfeld auf, weil nun wie überall der Begräbnisplatz an die Kirche verlegt wurde.